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Die Aufzucht von A. Ocellaris (Falscher Clownfisch/Nemo) ohne Phytoplankton

02.01.2015

nemo-paar

Dieser Bericht dient dazu, Besitzern eines Meerwasseraquariums mit ablaichenden falschen Clownfischen (und vielleicht anderen) die Möglichkeit zu eröffnen, deren Larven ohne große Mengen an Phytoplankton und Zooplankton (vornehmlich Brachionus) aufzuziehen und stattdessen die einfach und schnell aufzuziehenden Artemia und Artemia-Nauplien (=frisch geschlüpfte Artemia) zu verwenden. Jeder Fisch, welcher im heimischen Meerwasseraquarium geboren und aufgezogen wird, ist ein Fisch weniger, der den kostbaren Meeren dieser Welt entnommen wird und hilft dabei, dieses wertvolle Ökosystem weniger zu stören, wenn auch in einem scheinbar verschwindend kleinem Teil. Aber wie immer: macht die Masse mit, potenziert sich der Effekt. Und da wir die Nemos sowieso nicht davon abhalten können zu laichen, bietet sich das an, ohne irgendwie Gebärmaschinen zu entwickeln, denn das kann auch nicht im Sinne des "Erfinders" sein.

Auf gehts!

Das zweite Gelege der Nemos wurde etwa Dienstags entdeckt, geschlüpft sind die kleinen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der darauf folgenden Woche. Der Zeitpunkt hängt von der Beckentemperatur ab (wärmer = früher). Die Pumpen wurden kurz nach dem Erlöschen der Beleuchtung ausgeschaltet, nach ca. 1 Stunde kompletter Dunkelheit im Becken sind die ersten Larven geschlüpft. Ich habe Sie mit einer Taschenlampe, welche auf dem Rand des Aquariums senkrecht stand, an die Oberfläche gelockt und sie mit einem Messbecher abgeschöpft und vorsichtig in das Aufzuchtbecken transportiert, in welches bereits 30-50% mit Wasser gefüllt war. Weniger ist hier mehr, da das Becken schnell voll ist. Das Aufzuchtbecken hat die Maße 30x20x20 cm, also 12 L Volumen und wurde mit einer kleinen Heizung, einem Thermometer, einer kleinen Beleuchtungsquelle (dürfte von Dennerle die Nano-Beleuchtung mit 11 W sein) und einem Luftschlauch ausgestattet, welcher mit einer Pumpe zunächst ca. 5 Blasen/Sekunde liefert. Die Methode, das Wasser des Messerbehälters mit den Larven durch ein Sieb laufen zu lassen (vorsichtig!) und damit dann die Larven in das Aufzuchtbecken zu transportieren, hat auch sehr gut funktioniert.

Nach ca, 45 min war die Abschöpfaktion beendet und ca. 100 Larven mit einer Größe von ca. 0,7 cm befanden sich im Aufzuchtbecken. Den Rest der Kleinen konnte ich nicht abschöpfen, da Sie dem Lichtstrahl in die Tiefe zum Grund gefolgt sind.

nemo-becken-1

Es kommen nur frische Artemia Nauplien der Größe 430 zum Einsatz. Interessant war, nach dem Überführen, lagen ca. 50% der Larven scheinbar tot auf dem Grund, am nächsten morgen schwammen alle bei auf eine wieder, nicht schlecht! Die kleinen schwimmen nun lebendig mehr oder weniger an der Oberfläche und jagen die Artemianauplien. Man sollte so planen, dass man immer für Nachschub sorgen kann, da die Artemia, abhängig von der Temperatur, ca. 24 h zum Schlupf brauchen. Je jünger diese sind, desto nahrhafter sind sie, weil der Dottersack dann noch kaum verbraucht ist, welcher viele Nährstoffe liefert. Ich füttere also einmal am Tag und setze dann direkt die Artemia neu auf. Dazu verwende ich das JBL Artemio Set. Die ganzen kleinen Punkte auf den Bildern sind übrigens die Artemia. Anbei ein Bild der Larven nach 3 Tagen.

larven-1

Was die Beleuchtung angeht, so wurden ab der ersten Nacht direkt 7 Stunden Nachtruhe eingelegt und das Licht wurde in der Nacht des Schlupfs auch erst morgens eingeschaltet. Die Behauptung, die Larven müssten 24h beleuchtet werden, stimmt hier also schon mal nicht. Nach einiger Zeit wurde ein nomraler Tag-Nacht-Rythmus eingelegt. Alle 1-3 Tage sauge ich ca. 40% des Wasser und damit tote Fische und Artemien ab und fülle es mit Wasser aus dem Elternbecken wieder auf.  Die Temperatur im Aufzuchtbecken beträgt übrigens bei 25°C. Nicht vergessen das Verdunstungswasser mit Osmosewasser nachzufüllen.

Mittlerweile wurde die Anzahl der Blasen/Sekunde erhöht, es empfiehlt sich übrigens, treibende Artemiaeier, welche sich schnell am Rand sammeln, mit einer Pipette zu entfernen, da die Larven an ihnen zugrunde gehen, falls sie diese fressen. Leider ist die Anzahl der Ausfälle ab dem 4. Tag relativ hoch geblieben, was wir unteranderem auf folgendes zurückführen: a) die Artemia haben ihre Größe erhöht, was den Larven nicht bekommen ist; b) die Larven haben Artemiaeier gefressen, welche an der Oberfläche trieben. Am 8. Tag waren die Larven bereits deutlich größer und haben einen orangenen Bauch. Weiterhin werden jeden Tag frische Artemianauplien gegeben. Ab dem 9. Tag war bei den kräftigsten Larven bereits die erste Binde am Kopf zu sehen. Für jemanden, der das noch nie gemacht hat, ein kleiner Meilenstein. Ab dem 13. Tag war nun die zweite Binde zu sehen.

Nochmal: es geht hier nicht darum, riesige Erfolgsraten zu erzielen, sondern zu zeigen, dass man mit relativ wenig Aufwand und ohne literweise Plankton heranzuziehen eine beachtliche Anzahl Larven durchbringen kann. Das ist natürlich relativ und hängt vom Betrachter an, für uns sind aber schon 5 Larven ein Erfolg, wenn man das noch nie gemacht hat. Diese kann man dann in den freien Markt bringen und verhindert so, dass diese Tiere aus dem Meer genommen werden müssen. Des Weiteren sind Nachzuchten stabiler, was auch den Käufer freuen dürfte. Von den 100 Larven kommen ca. ca. 20% - 35% bei uns durch. Der Wert wäre deutlich höher ohne die Fehler mit den Artemiaeiern. Anbei ein Bild, welches nach 20 Tagen gemacht wurde.

foto-nemo

Die Kleinen sind nun über 3 Wochen alt und haben nun auch damit angefangen, in der typischen "S-Bewegung" zu schwimmen. Als Teenagerbecken wurde ein 60x30x30 Becken inkl. einfacher Lichtquelle (z.B. 1 T5-Balken 24W), Heizung und kleiner Pumpe aufgestellt. Auch die ersten Anemonen wurden hinzugefügt, in der Natur Wachsen Ocellaris immerhin auch mit Anemonen auf. Der zeitliche Aufwand pro Tag hält sich hierbei wirklich in Grenzen. Es werden nicht mehr als 5-10 Minuten pro Tag gewesen sein, das Fangen der Larven ist noch das aufwändigste. Bald werden wir gefrorene Lobstereier und feines, normales Futter füttern, was vermutlich problemlos angenommen wird.

Bei Fragen zur Methode stehen wir gerne zur Verfügung, auch geben wir zwischendurch ein Update mit neueren Bildern, um die Entwicklung nachvollziehen zu können.

Update 1 (17.01.2015):

Die kleinen Larven haben sich mittlerweile zu kleinen Nemos gemausert und tragen die zweite Binde bei einer Größe von ca.1,25 cm und schwimmen dicht beieinander an einem kleinen Tontopf. Anbei ein Bild einer kleinen Gruppe der Nemos.

nemo-1monat

Durch ein paar weitere Anfängerfehler, sowie Urlaubszeit sind leider noch ein paar eingegangen, aber man lernt ja immer dazu. Das Futter wird in Kürze auf Lobstereier umgestellt. Die Nemos sind nun 1 Monat alt. To be continued ...

Update 2 (03.02.2015)

Keine weiteren Ausfälle zu verzeichnen, die Fütterung erfolgt mittlerweile zu 100% über Krebseier, die sehr gut angenommen werden. Interessant wie unterschiedlich die Nemos aussehen und sich auch bereits im Verhalten unterscheiden. Je nach Belastung wird das nun doch kleinere Aufzuchtbecken 2-3x pro Woche gesäubert. Bisher wurde Flockenfutter noch nicht angenommen, das versuchen wir in nächster Zeit zu ändern. Anbei ein aktuelles Bild.

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02.01.2015 Dieser Bericht dient dazu, Besitzern eines Meerwasseraquariums mit ablaichenden falschen Clownfischen (und vielleicht anderen) die Möglichkeit zu eröffnen, deren... mehr erfahren »
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Die Aufzucht von A. Ocellaris (Falscher Clownfisch/Nemo) ohne Phytoplankton

02.01.2015

nemo-paar

Dieser Bericht dient dazu, Besitzern eines Meerwasseraquariums mit ablaichenden falschen Clownfischen (und vielleicht anderen) die Möglichkeit zu eröffnen, deren Larven ohne große Mengen an Phytoplankton und Zooplankton (vornehmlich Brachionus) aufzuziehen und stattdessen die einfach und schnell aufzuziehenden Artemia und Artemia-Nauplien (=frisch geschlüpfte Artemia) zu verwenden. Jeder Fisch, welcher im heimischen Meerwasseraquarium geboren und aufgezogen wird, ist ein Fisch weniger, der den kostbaren Meeren dieser Welt entnommen wird und hilft dabei, dieses wertvolle Ökosystem weniger zu stören, wenn auch in einem scheinbar verschwindend kleinem Teil. Aber wie immer: macht die Masse mit, potenziert sich der Effekt. Und da wir die Nemos sowieso nicht davon abhalten können zu laichen, bietet sich das an, ohne irgendwie Gebärmaschinen zu entwickeln, denn das kann auch nicht im Sinne des "Erfinders" sein.

Auf gehts!

Das zweite Gelege der Nemos wurde etwa Dienstags entdeckt, geschlüpft sind die kleinen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der darauf folgenden Woche. Der Zeitpunkt hängt von der Beckentemperatur ab (wärmer = früher). Die Pumpen wurden kurz nach dem Erlöschen der Beleuchtung ausgeschaltet, nach ca. 1 Stunde kompletter Dunkelheit im Becken sind die ersten Larven geschlüpft. Ich habe Sie mit einer Taschenlampe, welche auf dem Rand des Aquariums senkrecht stand, an die Oberfläche gelockt und sie mit einem Messbecher abgeschöpft und vorsichtig in das Aufzuchtbecken transportiert, in welches bereits 30-50% mit Wasser gefüllt war. Weniger ist hier mehr, da das Becken schnell voll ist. Das Aufzuchtbecken hat die Maße 30x20x20 cm, also 12 L Volumen und wurde mit einer kleinen Heizung, einem Thermometer, einer kleinen Beleuchtungsquelle (dürfte von Dennerle die Nano-Beleuchtung mit 11 W sein) und einem Luftschlauch ausgestattet, welcher mit einer Pumpe zunächst ca. 5 Blasen/Sekunde liefert. Die Methode, das Wasser des Messerbehälters mit den Larven durch ein Sieb laufen zu lassen (vorsichtig!) und damit dann die Larven in das Aufzuchtbecken zu transportieren, hat auch sehr gut funktioniert.

Nach ca, 45 min war die Abschöpfaktion beendet und ca. 100 Larven mit einer Größe von ca. 0,7 cm befanden sich im Aufzuchtbecken. Den Rest der Kleinen konnte ich nicht abschöpfen, da Sie dem Lichtstrahl in die Tiefe zum Grund gefolgt sind.

nemo-becken-1

Es kommen nur frische Artemia Nauplien der Größe 430 zum Einsatz. Interessant war, nach dem Überführen, lagen ca. 50% der Larven scheinbar tot auf dem Grund, am nächsten morgen schwammen alle bei auf eine wieder, nicht schlecht! Die kleinen schwimmen nun lebendig mehr oder weniger an der Oberfläche und jagen die Artemianauplien. Man sollte so planen, dass man immer für Nachschub sorgen kann, da die Artemia, abhängig von der Temperatur, ca. 24 h zum Schlupf brauchen. Je jünger diese sind, desto nahrhafter sind sie, weil der Dottersack dann noch kaum verbraucht ist, welcher viele Nährstoffe liefert. Ich füttere also einmal am Tag und setze dann direkt die Artemia neu auf. Dazu verwende ich das JBL Artemio Set. Die ganzen kleinen Punkte auf den Bildern sind übrigens die Artemia. Anbei ein Bild der Larven nach 3 Tagen.

larven-1

Was die Beleuchtung angeht, so wurden ab der ersten Nacht direkt 7 Stunden Nachtruhe eingelegt und das Licht wurde in der Nacht des Schlupfs auch erst morgens eingeschaltet. Die Behauptung, die Larven müssten 24h beleuchtet werden, stimmt hier also schon mal nicht. Nach einiger Zeit wurde ein nomraler Tag-Nacht-Rythmus eingelegt. Alle 1-3 Tage sauge ich ca. 40% des Wasser und damit tote Fische und Artemien ab und fülle es mit Wasser aus dem Elternbecken wieder auf.  Die Temperatur im Aufzuchtbecken beträgt übrigens bei 25°C. Nicht vergessen das Verdunstungswasser mit Osmosewasser nachzufüllen.

Mittlerweile wurde die Anzahl der Blasen/Sekunde erhöht, es empfiehlt sich übrigens, treibende Artemiaeier, welche sich schnell am Rand sammeln, mit einer Pipette zu entfernen, da die Larven an ihnen zugrunde gehen, falls sie diese fressen. Leider ist die Anzahl der Ausfälle ab dem 4. Tag relativ hoch geblieben, was wir unteranderem auf folgendes zurückführen: a) die Artemia haben ihre Größe erhöht, was den Larven nicht bekommen ist; b) die Larven haben Artemiaeier gefressen, welche an der Oberfläche trieben. Am 8. Tag waren die Larven bereits deutlich größer und haben einen orangenen Bauch. Weiterhin werden jeden Tag frische Artemianauplien gegeben. Ab dem 9. Tag war bei den kräftigsten Larven bereits die erste Binde am Kopf zu sehen. Für jemanden, der das noch nie gemacht hat, ein kleiner Meilenstein. Ab dem 13. Tag war nun die zweite Binde zu sehen.

Nochmal: es geht hier nicht darum, riesige Erfolgsraten zu erzielen, sondern zu zeigen, dass man mit relativ wenig Aufwand und ohne literweise Plankton heranzuziehen eine beachtliche Anzahl Larven durchbringen kann. Das ist natürlich relativ und hängt vom Betrachter an, für uns sind aber schon 5 Larven ein Erfolg, wenn man das noch nie gemacht hat. Diese kann man dann in den freien Markt bringen und verhindert so, dass diese Tiere aus dem Meer genommen werden müssen. Des Weiteren sind Nachzuchten stabiler, was auch den Käufer freuen dürfte. Von den 100 Larven kommen ca. ca. 20% - 35% bei uns durch. Der Wert wäre deutlich höher ohne die Fehler mit den Artemiaeiern. Anbei ein Bild, welches nach 20 Tagen gemacht wurde.

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Die Kleinen sind nun über 3 Wochen alt und haben nun auch damit angefangen, in der typischen "S-Bewegung" zu schwimmen. Als Teenagerbecken wurde ein 60x30x30 Becken inkl. einfacher Lichtquelle (z.B. 1 T5-Balken 24W), Heizung und kleiner Pumpe aufgestellt. Auch die ersten Anemonen wurden hinzugefügt, in der Natur Wachsen Ocellaris immerhin auch mit Anemonen auf. Der zeitliche Aufwand pro Tag hält sich hierbei wirklich in Grenzen. Es werden nicht mehr als 5-10 Minuten pro Tag gewesen sein, das Fangen der Larven ist noch das aufwändigste. Bald werden wir gefrorene Lobstereier und feines, normales Futter füttern, was vermutlich problemlos angenommen wird.

Bei Fragen zur Methode stehen wir gerne zur Verfügung, auch geben wir zwischendurch ein Update mit neueren Bildern, um die Entwicklung nachvollziehen zu können.

Update 1 (17.01.2015):

Die kleinen Larven haben sich mittlerweile zu kleinen Nemos gemausert und tragen die zweite Binde bei einer Größe von ca.1,25 cm und schwimmen dicht beieinander an einem kleinen Tontopf. Anbei ein Bild einer kleinen Gruppe der Nemos.

nemo-1monat

Durch ein paar weitere Anfängerfehler, sowie Urlaubszeit sind leider noch ein paar eingegangen, aber man lernt ja immer dazu. Das Futter wird in Kürze auf Lobstereier umgestellt. Die Nemos sind nun 1 Monat alt. To be continued ...

Update 2 (03.02.2015)

Keine weiteren Ausfälle zu verzeichnen, die Fütterung erfolgt mittlerweile zu 100% über Krebseier, die sehr gut angenommen werden. Interessant wie unterschiedlich die Nemos aussehen und sich auch bereits im Verhalten unterscheiden. Je nach Belastung wird das nun doch kleinere Aufzuchtbecken 2-3x pro Woche gesäubert. Bisher wurde Flockenfutter noch nicht angenommen, das versuchen wir in nächster Zeit zu ändern. Anbei ein aktuelles Bild.

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