Bericht GHL ProfiLux 4

In diesem Bericht soll es um den GHL ProfiLux 4 im Mega-Set + zusätzlicher Powerbar 5.1 gehen. Wir werden das Produkt beschreiben und Hinweise und Hilfestellungen zur Einrichtung geben, die Dir hoffentlich weiterhelfen, solltest du Probleme haben. Dieser Bericht ist jedoch keine Bedienungsanleitung o.Ä.

 

Technische Daten

Das ProfiLux 4 Mega-Set besteht aus den folgenden Komponenten:

  • ProfiLux 4 (PL 4)
  • Powerbar 5.1 (Steckdosenleiste)
  • pH Sensor
  • Leitwert Sensor
  • Redox Sensor
  • Temperatur sensor
  • Diverse Kabel und Kalibrierflüssigkeiten

 

Maße: 220x150x55 mm [BxTxH]
Farben: schwarz, weiß
Erweiterbar: ja um einige tolle Sensoren und Module (KH Director, Luftfleuchtigkeit, Leck-Sensoren, Sauerstoff, usw.; bis zu 32 Stück)
WLAN (WiFi): Ja
LAN: Nein (aber über einen kleinen "Trick" per LAN steuerbar)
Steuerbar via Internet (Fernzugriff): Ja

 

Los geht´s!

Der ProfiLux 4 kommt als Mega-Set gut verpackt daher: mit im Karton befinden sich, neben dem Gerät selbst, die Powerbar 5.1, Sensoren (Temperatur, Redox, Leitwert und pH), Kalibrierflüssigkeiten für die Redox-, pH- und Leitwertelektrode, sowie die nötigen Kabel (1 zusätzliches PAB-Kabel für zusätzliche PB 5.1 erworben). Einmal an den Strom angeschlossen, begrüßt uns unser ProfiLux mit hellen Farben auf dem schönen weißen Gehäuse. Die Komponenten wirken hochwertig verarbeitet und vermitteln einen sehr guten ersten Eindruck. Die Powerbar wirkt sehr solide und fest, der ProfiLux hat ein schönes Gehäuse, die Elektroden sind sauber verpackt und die Anschlüsse halten gut. Die erste Einrichtung ist etwas gewöhnungsbedürftig und für nicht IT-affine Anwender ggf. etwas unübersichtlich, weshalb wir diese hier nun skizzieren möchten. Bitte führe diese Schritte nur aus, wenn du dich ausreichend mit Deinem Computer auskennst, wir übernehmen keine Haftung oder Verantwortung für fehlerhafte Bedienung etc. Du solltest dir auf jeden Fall die Anleitung(en) von GHL zur Einrichtung und Konfiguration ansehen, damit keine Fehler passieren.

 

Was benötigst du?

  • Deinen ProfiLux 4
  • Das Stromlkabel samt Netzteil
  • USB Kabel (mit im Lieferumfang enthalten)
  • Die aktuelle Version des GHL GCC (Download von der GHL Website)
  • Bedienungsanleitung (Link zu GHL)

 

Nachdem du das GHL GCC unter Windows installiert hast (erhältst du bei GHL im Downloadbereich) und es startest, begrüßt dich zunächst vermutlich ein Tool-Tipp und danach eine Einrichtungsmaske. Das alles klicken wir erstmal beiseite. Schließe nun deinen Profilux an den Strom an und, nachdem er gestartet ist, per USB an Deinen Computer (Die Software ist zum Zeitpunkt des Berichts nur für Windows PCs verfügbar). Wir verwendeten einen Windows 10 Desktop.

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass die Optik des GCC etwas an die Microsoft Office Optik erinnert. Dadurch werden sich einige Benutzer relativ schnell i.d. Menüführung zurechtfinden. Standardmäßig ist dort der Reiter Geräte aktiviert.

  • Klicke im Reiter Geräte auf Verwalten...
  • Ein kleines Popup Fenster öffnet sich. Klicke unten links zunächst auf Gerätemanager


Das "Problem" bei der Ersteinrichtung ist, dass der Nutzer den Port, also den Kanal, mit welchem der Profilux 4 mit dem Computer verbunden ist, herausfinden muss. Dafür der Klick auf Gerätemanager (dieser ist natürlich auch anders zu erreichen, für unerfahrene Benutzer ist dies aber der einfachste Weg).

Der Gerätemanager wird sich als neues kleines Fenster öffnen. Oben findest du als erstes den ausklappbaren Reiter Anschlüsse (COM & LPT). Dort findest du die benötigte Information.

  • Klappe den Reiter Anschlüsse (COM & LPT) auf
  • Dort sollte nun ein Gerät zu finden sein, welches mit "GHL" anfängt, wie in der Anleitung beschrieben, oder auch "Serielles USB-Gerät" mit dem entsprechenden Com Anschluss in Klammer dahiner, z.B. COM4
  • Merke dir die Zahl hinter dem COM und schließe den Gerätemanager wieder (hier 4)
  • Zurück im GCC klicke nun rechts auf Neu
  • Wähle nun ProfiLux 4 aus
  • Nun kannst du in einem neuen Fenster einen Namen vergeben und weitere Einstellungen vornehmen
  • Wähle neben Schnittstele nun den COM-Anschluss (Port) aus, den du dir vorhin gemerkt hast. In unserem Beispiel war es COM 4
  • Alle anderen Werte kannst du zunächst vernachlässigen
  • Klicke nun auf Speichern

 


Das Gerät taucht nun in der Liste der Verbindungen links unten auf. Schließe dieses Fenster und das Programm. Starte das Programm neu und klicke unten links auf die nun angezeigte Verbindung, welche den Namen trägt, den du eingegeben hast.
Hat alles funktoniert, stellt das Programm nun eine Verbindung her.

- Gratulation, du hast Zugriff auf Deinen ProfiLux 4!

 

Unter Windows 10 kann es in der Version des GCC vom Stand des Berichts zu einem ungewollten Neustart des Programms nach dem Schließen kommen, dies sollte jedoch bald behoben worden sein.

Mache dich nun mit der Menüführung vertraut, links siehst du einige Reiter. Das Menü am oberen Rand hat ferner auch weitere Reiter dazubekommen. Ist Dein ProfiLux noch neu, ist vermutlich ein Firmware Update sinnvoll. Dieses findest du unter dem Reiter Extras und ist ausschließlich per USB-Verbindung möglich. Befolge bei Durchführen bitte die Anweisungen aus der GHL Anleitung. Hierzu noch ein paar Anmerkungen:

  • Trenne das Gerät niemals vom Strom oder PC während du ein Update durchführst
  • Während des Updates könnte es sein, dass ein kleines Fenster mit zusätzlichen Einstellungen erscheint, dieses einfach schließen
  • Das Gerät muss nach dem Update neugestartet werden, danach sollte es wieder erreichbar sein.

 

Einrichtung WiFi (WLAN)

Damit wir unser Gerät auch per App und Internet erreichen können, richten wir die WLAN Verbindung ein. Dies geht wie folgt:

  • Links auf den Reiter System und dann Kommunikation klicken
  • WLAN-Modus: Client (Infrastruktur)
  • SSID (=WLAN Name) eingeben und auf Groß- und Kleinschreibung achten
  • W-LAN Schlüssel eingeben
  • Entweder die IP Adresse automatisch beziehen lassen, oder sie selber vergeben (nur für fortgeschrittene Nutzer mit entsprechendem Wissen empfehlbar, aber ggf. sinnvoll)
  • Wichtig: nun oben den Reiter Geräte auswählen und dort die Änderungen speichern
  • Schließlich das Gerät neustarten

Hat alles funktioniert, leuchtet die WiFi LED am Gerät nach dem Neustart Grün. Das Gerät ist nun mit Deinem Heimnetzwerk verbunden und kann (ebenfalls über den Reiter System -> Kommunikation) in myGHL eingebunden und auch per GHL App (hier iOS) erreicht werden. Beachte, dass der ProfiLux bis hier immer noch per USB-Kabel verbunden ist.

Für Die Einbindung in myGHL musst du dich dort registrieren und den Anweisungen folgen, hier wird die myGHL ID benötigt, welche sich hier (System -> Kommunikation) oben links befindet. 

Achte bei der Einrichtung darauf, dass du unter System -> Kommunikation oben links einstellst, ob nur Leserechte oder Lese- und Schreibrechte eingestellt sind. Dies ist ein wirklich sehr wichtiger Punkt: Ersteres bringt dir mehr Sicherheit, denn niemand kann so außerhalb Deines Netzwerks Einstellungen am Gerät verändern, denn der Zugriff per App auf Deinen ProfiLux Aquariencomputer ist nur im Heimnetzwerk und nicht über das Internet möglich. GHL hat hier gut mitgedacht.

Dies mag vom einem oder anderen als negtaiv gewertet werden, jedoch finden wir dies sehr gut, da der Nutzer oft das größte Sicherheitsproblem darstellt. Affine Nutzer können ihren Zugriff natürlich per myGHL Website verwenden und auch so von außen ihr Gerät Steuern, oder eben nur kontrollieren.

Durch die Anbindung an myGHL kannst du so über den Browser (und damit auch per Mac) über die myGHL Website auf Dein Gerät zugreifen, es steuern und Werte ablesen.

 

ProfiLux per LAN steuern (fortgeschrittene Benutzer mit entsprechendem Wissen)

Den ProfiLux 4 per LAN (Netzwerk per Kabel) steuern geht nicht? - Und ob! Dafür musst du dich eines kleinen "Tricks" behelfen, denn der PL4 hat keinen LAN-Anschluss für die Verbindung zum Heimnetzwerk per Kabel.

 

Was musst du wissen? - Die IP-Adresse deines ProfiLux 4.

Um dich mit Deinem PC oder Laptop, welcher vielleicht per Kabel mit Deinem Netzwerk verbunden ist, auch per LAN mit dem PL 4 zu verbinden, müssen sich dein PC/Laptop (via Kabel) im selben Netzwerk befinden wie Dein PL4 (via WiFI/WLAN).

Die IP Adresse erfährst du, indem du diese entweder in der App nachschaust, oder im GCC unter System -> Kumminikation (unten Akt. IP-Adresse).

Folgendes ist zu tun, wenn der PL4 im Heimnetzwerk per WLAN erfolgreich eingebunden ist:

  • GCC am Desktop öffnen und eine neue Verbindung anlegen (oben links auf verwalten klicken und neu auswählen)
  • PL 4 auswählen, schließlich unten links Netzwerk (TCP/IP) auswählen
  • Haken bei Automatisch suchen entfernen und IP des PL 4 eingeben
  • Namen ggf. anpassen und auf speichern drücken

Nach einem Neustart des GCC taucht nun die neue LAN-Verbindung unten links i.d. Verbindungsliste auf. Nun kannst du dich mit einem Doppelklick per LAN mit Deinem im WLAN (WiFi) eingebundenen PL 4 verbinden. Die andere Verbindung (USB) funktioniert entsprechend nicht mehr, wenn Dein PL 4 nicht mehr per USB angeschlossen ist).

Dies ist insbesondere dann interessant, wenn dein ProfiLux 4 am Becken verbaut steht und damit außer Reichweite für eine Verbindung mit dem USB-Kabel zu Deinem Desktop PC ist. Beachte jedoch,dass ein Firmware Update weiterhin nur per USB Kabel zum Stand des Berichts möglich ist.

 

Ein wenig Konfiguration

Die ersten Einstellungen hat man eigentlich relativ schnell vorgenommen. Ist alles erstmal aufgebaut und sind die Elektroden kalibriert (das sollte man zu Beginn direkt mal tun) kann man sich z.B. an die Schaltung der PB 5.1 begeben.

 

Tipp: Den Nullstecker, der auf der Redox Elektrode steckt nicht wegwerfen, sondern für die erste Kalibrierung verwenden und diesen daher erst während der Kalibrierung entfernen, wenn dazu aufgefordert. Bei den anderen Elektroden ist dies nicht notwendig.

 

Die Powerbar 5.1 hat insgesamt 6 Slots, davon 1 permanent eingeschalteter und 5 steuerbare (davon 1 dimmbarer). Wichtig ist, dass PAB-Geräte linienfömig hintereinander gesteckt werden. Die zweite Powerbar wird also per PAB-Kabel mit der ersten am noch freien Slot verbunden (oder an den 2. Port am ProfiLux 4 gesteckt). Damit du diese auch steuern kannst, musst du sie zunächst aktivieren. Dies geht nur am ProfiLux 4.

Rufe dafür das Menü auf und navigiere dich PL4 Menü über System zur PAB Konfiguration. Dort die Geräte konfigurieren, mit den Pfeiltasten die Geräte "ankreutzen" und mit dem Haken bestätigen. Anschließend musst du der zweiten Powerbar noch den Slot zuweisen, über den sie gesteuert wird (ansonsten ist der erste Slot der zweiten Powerbar immer aktiviert, wenn der der ersten auch aktiviert ist). Dafür auch in diesem Menü Geräte zuordnen auswählen (anhand der Seriennummer die Powerbar identifizieren) und aus der <1> z.B. <6> machen. Nach dem Speichern entspricht dann Slot 6 dem 1. Slot auf der zweiten Powerbar und so weiter. Da der erste Stecker immer angeschaltet ist, taucht dieser hier nicht auf, denn er ist nicht steuerbar. Diesen könntest du daher auch für den ProfiLux selber verwenden, wir trennen die beiden Stromquellen jedoch voneinander.

Unter System->Schaltkanäle und Steckdosen im GCC lassen sich die Slots, welche S1, S2 etc. heißen, konfigurieren. Wichtig ist zu verstehen, wie beim Profilux die Abfragen und Bedingungen funktionieren. In der Anleitung wird dies als Funktion und Hardware erwähnt.

 

Tipp: Solltest du etwas Probleme mit den Tasten am Profilux haben, kannst du diese ganz einfach über das GCC neu kalibrieren (Oben auf den Reiter Extras klicken und dann Tasten ... auswählen. Dort den Anweisungen zur Kalibrierung folgen).

 

Willst du zum Beispiel am Slot S1 einen Heizer einstecken, welcher natürlich temperaturgesteuert aktiviert werden soll, ist so vorzugehen:

  • Unter Regelung->Temperatur  findest du den Temperatursensor mit seinen Daten.
  • Hier findest du diverse Werte, die du nun einstellen kannst, also auch den Sollwert
  • Die Einzelnen Punkte wie z.B. Hysterese (Abstand zur Aktivierung der Heizung) oder Kühldifferenz (Abstand zur Aktivierung eines Lüfters/Kühlers) sind i.d. Anleitung erklärt
  • Oben links die Einstellungen speichern
  • Nun rufst du System -> Schaltkanäle und Steckdosen auf
  • Mit einem Doppelklick auf den Slokanal kannst du diesen nun konfigurieren (ein kleines Fenster taucht auf)
  • Wähle dort den Temperatursensor als Funktion aus und rechts daneben Heizung (Hardware)
  • Schließlich auf ok drücken, die Einstellungen speichern und dein Heizer ist konfiguriert

 

Nach diesem Muster kannst du eine Kühlung, Zeitschaltuhren etc. konfigurieren und nach kurzer Ziet des Anlernens relativ leicht einstellen. Man sollte sich hier die Zeit nehmen, um die Abläufe zu verstehen, danach wird die Bedienung relativ einfach und die Programmieranleitung gibt genug Lesestoff um sich mehr Wissen anzueignen.

 

Nahezu unendliche Möglichkeiten

Zugegebenermaßen können einen die ersten Konfigurationen, Übersichten und Ansichten etwas überfordern und unmutig werden lassen. Der Punkt ist, dass du mit dem ProfiLux 4 sehr viele Einstellmöglichkeiten hast und damit ein mächtiges Werkzeug hast, um dein Heimriff zu überwachen.

Dir ist vielleicht aufgefallen, wieviele Geräte alleine im GCC als einzelne Verbindungen zugeordnet werden können. Der PL4 entfaltet seine eigentliche Leistungsfähigkeit mit der Masse an Geräten die er simultan ansteuern kann: Doser-Dosierpumpen, Beleuchtungssysteme (nicht nur Mitras), Strömungspumpen, Rückförderpumpen, Niveauregelungen, Leckdetektoren, KH-Steuerung (KH Direktor) usw. Ferner bieten viele Hersteller Geräte an, welche direkt mit dem ProfiLux 4 kompatibel und steuerbar sind (z.B. Royal Excsluvi Speedy Pumpen, Abyzz Pumpen, viele Tunze Strömungspumpen, EcoTech VorTech Produkte, Maxspect Gyre usw.).

Wichtig zu erwähnen im Zuge weiterer Geräte ist ferner, dass GHL mit dem KH Direktor im letzten Jahr ein sehr wichtiges Geräte auf den Markt gebracht hat: eine automatische Steuerung der Karbonathärte ermöglicht es die Dosierung von Versorgungssystemen erheblich zu vereinfachen. Und nicht nur das: auf Schwankungen kann schneller reagiert werden, was vor allem bei neueren Systemen der Fall sein kann.

Das bedeutet, die Konfiguration wird zunehmend einfacher, denn diese muss im Idealfall nur einmal gemacht und anschließend nur angepasst werden. Gut ist auch, dass das GCC eine Sicherungsfunktion deiner Einstellungen zur Verfügung stellt (über den Reiter Sichern und Wiederherstellen).

Positiv ist uns ferner aufgefallen, dass der Support von GHL (via eMail) während der Zeit der Einrichtung sehr schnell reagiert hat. Dies ist unserer Meinung nach sehr wichtig bei einem solchen Produkt.

 

Fazit

Der ProfiLux 4 Aquariumcomputer von GHL ist ein gut verarbeitetes und nützliches Gerät für die Überwachung und Steuerung deines Aquariums. Ist die erste Anlernphase überwunden, lassen sich nahezu endlose Einstellungen vornehmen. Neben dem verfügbaren Equipment zur Erweiterung des ProfiLux´ von GHL selber (Doser, KH Direktor ...) bieten viele Hersteller Produkte an, welche über den ProfiLux 4 steuerbar sind, wodurch sich dessen Wert für den Endbenutzer erhöhen kann, weil viele Geräte auf einer Oberfläche gleichzeitig verwendet werden können.

 

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